Gute Lösung ohne Haken in Sicht
Aktion "Gänseblümchen" muss nicht mehr auf- und abbauen
Von Hubert H. Konert
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Nur mit Hilfe zu meistern: Der Weg ins tieferliegende Geschoss mit Buggy oder Kinderwagen im Pfarrheim. Fotos: Konert
Heiden. Der Kinder- und Jugendkleidermarkt im Pfarrheim St. Georg ist eine gute Adresse. Das Haus mit der Anschrift Pastoratsweg 12 fahren auch Mütter und Väter an, die nicht aus Heiden kommen. Betrieben wird die Börse von der Aktion „Gänseblümchen“. Das ist ein Team ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen um Petra Jokiel. Der gute Service hat sich herum gesprochen. So wird etwa eine besondere Einkaufsmöglichkeit für Schwangere angeboten.
In dieser Woche hat es einen Extraverkauf gegeben, einen letzten Termin vor den Sommerferien. „Für unser Team war es ein Probeverkauf im Untergeschoss des Pfarrheims“, erklärt Petra Jokiel. Es sei in diesen drei Stunden gut gelaufen. Jetzt soll in diesen Räumen der Verkauf auf Dauer stattfinden. Das hätten Pastor Peter Schneiders und andere Vertreter des Kirchenvorstands angeboten.
Mit dieser Lösung, sagt Jokiel begeistert, sei der zeitintensive Um- und Abbau passé. Allerdings birgt auch diese Lösung noch eine Schwierigkeit in sich. Die wird im Gespräch mit Tanja Ostgathe deutlich. Seit gut drei Wochen ist die 33 Jahre alte Mutter Mitglied im Team der ehrenamtlichen Helferinnen.
Tanja Ostgathe sitzt im Rollstuhl. „Ich kann nicht stehen“, erläutert sie die körperliche Beeinträchtigung, die sie von Geburt an hat. Tanja Ostgathe kümmert sich bei der Aktion „Gänseblümchen“ unter anderem um den Kassendienst. Sie listet Daten von Kunden, Kleidung, Spielen, Kinderwagen, Autokindersitzen, Türgittern, Hochstühlen und weiteren Bedarfsartikeln für Kinder und Jugendliche auf. „Mein Wunsch ist es, dass ich im Pfarrheim flexibler unterwegs sein kann“, sagt die Mutter der neun Monate alten Tochter Pauline.
Von dem ehrenamtlichen Dienst verspricht sich Ostgathe, die im Benediktushof Maria Veen eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert hat, weitere Mütter in Heiden kennen zu lernen. Ihren Mann hat sie übrigens in Maria Veen kennen gelernt, als der im Benediktushof seinen Zivildienst gemacht hat.
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Ohne Hilfe ist es unmöglich, im Rollstuhl ins höhere Geschoss zu kommen. Petra Jokiel (l.) und Tanja Ostgathe demonstrieren das.
Auch Petra Jokiel hat ein barrierefreies Pfarrheim auf der Wunschliste. So sähen das auch die Mütter, die etwa mit Kinderwagen ins Pfarrheim kämen, um günstig Kleidung zu erwerben. Jetzt ist im Gespräch, am hinteren Eingang des Pfarrheims eine Rampe zu schaffen, den Kunden und Anbieter von der Aktion „Gänseblümchen“ nutzen können. „Dann haben wir eine Ebene, auf der wir alles abwickeln können“, sagt Jokiel.
Die Frauen von „Gänseblümchen“ wollen auch niemanden im Pfarrheim verdrängen, „weil wir uns hier breit machen“. Ersatz für die frühere Teeküche, die von Kindern und Jugendlichen genutzt wurde, soll oben in den Räumen des Pfarrheims geschaffen werden.
Samstag, 04. Juli 2009 | Quelle: Borkener Zeitung (Heiden)
1000 Euro für "Nachbarn helfen"
Heidener unterstützen BZ-Aktion
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Angelika Möllmann (r.) und Petra Jokiel von der Aktion "Gänseblümchen" aus Heiden überreichten gestern den Scheck an BZ-Verlegerin Beate Schmidt (l.) für "Nachbarn helfen", initiiert vom Lions Club und der Borkener Zeitung . (Foto: Konert)
Heiden/Borken (hhk). Sage und schreibe 1000 Euro haben die Aktion "Gänseblümchen" und die Kommunionkleiderbörse bei ihren jüngsten Aktivitäten als Erlös erwirtschaftet. Die zehn ehrenamtlichen Frauen um Petra Jokiel bieten bei den Börsen am Ende des Jahres eine Caféteria an. Die Frauen werden gelegentlich unterstützt von Pfadfindern aus Velen und Ramsdorf sowie von Firmlingen aus Heiden. Gestern überreichten Petra Jokiel und Angelika Möllmann den Scheck BZ-Verlegerin Beate Schmidt von "Nachbarn helfen". Das ist eine gemeinsame Aktion der Borkener Zeitung und des Lions Clubs. Seit acht Jahren läuft diese Hilfsaktion. Dank großzügiger Spenden können und konnten viele Mitbürger aus dem BZ-Verbreitungsgebiet, die in Not geraten sind und mit Schicksalsschlägen zu kämpfen haben, unterstützt werden.
Spenden sind auf das Konto 12345 bei der VR-Bank Westmünsterland (Bankleitzahl 42861387) willkommen. In äußersten Notfällen entscheidet ein Gremium darüber, ob auch während des Jahres geholfen werden kann.
Mittwoch, 03. Dezember 2008 | Quelle: Borkener Zeitung (Heiden)
Seit 20 Jahren eine gute Adresse
Aktion Gänseblümchen feiert im Pfarrheim mit Kleidermarkt kleines Jubiläum
Heiden (bos). Der Andrang im Pfarrheim war groß, und bereits vor der offiziellen Öffnungszeit konnten schwangere Frauen in Ruhe shoppen und sich für den angekündigten Nachwuchs die nötige Erstausstattung aussuchen. Seit nunmehr 20 Jahren wird in den Räumen von St. Georg gute gebrauchte Kinderkleidung angeboten, und das war ein Grund zum Feiern.
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Wer Kinder hat braucht immer Sachen für die Kleinen.
Der damalige Gedankengang der Organisatorin Beatrix Overmann war einfach und dennoch effektiv: Gute gebrauchte Gebrauchsartikel rund ums Baby und Kind nicht nur im eigenen Familienkreis, sondern auch für einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen. So entstand aus einer Idee die "Aktion Gänseblümchen", die mittlerweile von vielen Müttern und Vätern gerne und häufig genutzt wird. Immer am ersten Montag im Monat wurden Strampler, Hemdchen und Hosen in den Größen 56 bis 176 sowie Kinderwagen, Spielsachen, Bücher und vieles mehr von den Organisatoren entgegen genommen, ausgesucht nach Sauberkeit und Zustand, etikettiert und dann zum Verkauf ausgelegt.
Heute, 20 Jahre später, sorgt ein 14-köpfiges und ehrenamtliches Team immer noch für einen reibungslosen Ablauf. Sechs- bis achtmal im Jahr nehmen neben den Stammkunden auch viele neue und bedürftige Eltern das Angebot an und freuen sich, günstig ihren Nachwuchs mit Kleidung versorgen und einkleiden zu können.
15 Jahre dabei sind Petra Jokiel und Angelika Möllmann. "Leider geben heute noch manche Verkäufer Sachen ab, die absolut unbrauchbar sind, und dann frage ich, ob sie selber diese Hose oder diese Jacke kaufen würden", erzählt Petra Jokiel. Insgesamt dreimal werden die Sachen zum Verkauf angeboten, bevor sie dann in handverlesenen Einrichtungen, unter anderem in einem Kinderheim in Thüringen sowie in Rumänien, gespendet werden.
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Mit Kennerblick wird ausgewählt - ob Jeans, T-Shirt oder Jacke ... (Fotos: Bosse)
Ins Thüringische fährt eine Heidener Familie mehrmals im Jahr, um die Sachen dort persönlich ab zugeben. Mittlerweile hat aber Petra Jokiel die Idee, den Verkauf in beständigen Räumen unter zubringen. "Mir schwebt vor, eine dauerhafte Einrichtung zu finden, in der wir nicht immer wieder aufs Neue die Sachen auf- und abbauen müssen", erklärt Jokiel in der Hoffnung, somit eine Erleichterung für alle Helferinnen zu schaffen.
Freitag, 19. September 2008 | Quelle: Borkener Zeitung (Heiden)
Wegen Sturm ins Pfarrheim
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Schon Mittwochabend warnte Experte Jörg Kachelmann vor Orkanböen. Konert
Heiden (hhk). Wegen des starken Sturms sind gestern die Jungen und Mädchen des Waldkindergartens "Die Waldmäuse" nicht im Wald, sondern im Pfarrheim betreut worden. Allerdings trafen sich die Kinder zunächst an ihrem Bauwagen an der Rekener Straße. Mit ihren Erzieherinnen zogen sie dann um 9 Uhr am Waldrand entlang zum Pfarrheim der Kirchengemeinde St. Georg. Nach Angaben von Leiterin Simone Boer-Rust fiel die Entscheidung über dieses Vorgehen bereits am Mittwochabend, weil es am Donnerstag-Mittag erst richtig mit dem Sturm losgehen sollte. Gegen 18 Uhr habe sie im Videotext die Sturmwarnung mit den Orkanböen für den Kreis Borken gelesen. Gestern im Pfarrheim nach einem lustigen Spaziergang angekommen, fühlten sich die Waldmäuse "ganz sicher". Bis gegen 14 Uhr waren die Jungen und Mädchen im Pfarrheim, wo sie abgeholt wurden.
Um gegen geringeres Wetter-Unbill geschützt zu sein, haben die Waldmäuse übrigens in dieser Woche eine finanzielle Unterstützung von der Aktion "Gänseblümchen" bekommen. Angelika Möllmann und Petra Jokiel überreichten den Verantwortlichen 200 Euro aus dem Erlös der Kinderkleiderbörse. Mit dem Geld kaufte Simone Boer-Rust zwei Tarps. Ein Tarp bietet Schutz vor Sonne, Regen und Wind. Zwischen den Bäumen gespannt können darunter alle Düfte und Eindrücke der Natur unmittelbar genossen werden.
Samstag, 20. Januar 2007 | Quelle: Borkener Zeitung (Heiden)
"Wie bei Adam und Eva"
von Hubert H. Konert
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Ein fast ganz normaler Zustand ist erreicht: Mit seinem rechten Ohr kann Kai Wiech, der gern am PC sitzt und Schlagzeug spielt, sogar leise Musik über den MP-3-Player-Stöpsel hören. Foto: Konert
Heiden . In Lübeck ist Kai Wiech geholfen worden. Dem 13 Jahre alten Heidener haben Ärzte des Universitätsklinikums in drei Operationsschritten zum rechten Ohr verholfen.
"Es war kein Gendefekt, es war eine Laune der Natur", erklärt Barbara Wiech, warum ihr Sohn am 14. Dezember 1993 im Borkener Krankenhaus ohne das rechte Ohr das Licht der Welt erblickt hat. Die Mutter von Kai hat eine wahre Odyssee zu vielen Ärzten hinter sich und blickt auf 13 bewegte Jahre zurück. Jetzt ist sie erleichtert und freut sich mit ihrem Sohn über das, was die Ärzte in Lübeck geleistet haben. Eine Nachbarin gab ihr den entscheidenden Tipp.
"Es sind überhaupt keine hässlichen Narben geblieben", erzählt Kai und zeigt den kleinen Schnitt, der von der OP auf seinem Rippenbogen geblieben ist. Dort haben die Chirurgen Knorpelmaterial entfernt, sofort geformt und dann an seinem Kopf verarbeitet. "Es ist etwa so wie bei Adam und Eva gewesen", erzählt Kai Wiech lachend.
Die drei Operationen in der Hansestadt waren im Mai, September und im Dezember dieses Jahres. Insgesamt haben sie elf Stunden gedauert. Zwei verschiedene Ärzteteams waren im Einsatz.
"Ein Hörgerät wollte ich nicht eingepflanzt haben", sagt Kai, "ich wollte wieder hören wie vorher." Er hört weiterhin alles über das linke Ohr. Kai ist eins von fünf Kindern der Familie Wiech. Die Familie schwimmt nicht im Geld. So hat sich die 43-jährige Mutter von Kai über Hilfestellungen rund um die Operationen "sehr gefreut". Einmal machten da die Verantwortlichen der Heidener Aktion "Gänseblümchen" mit. Die Frauen um Petra Jokiel finanzierten über den Erlös ihrer Kleiderbörse einen wesentlichen Teil der Fahrkosten mit. Rund 440 Kilometer liegen zwischen Heiden im Münsterland und Lübeck in Schleswig-Holstein. "Das Fahren geht mit dem teuren Tanken ins Geld", berichtet die Mutter von Kai.
Außerdem half die Mc-Donalds-Kinderhilfe. "Sie betreibt 14 Ronald McDonald-Häuser in Deutschland", erläutert Barbara Wiech, damit Eltern bei Krankenhausaufenthalten in der Nähe ihrer Kinder bleiben könnten. 15 Euro hat sie für die Übernachtung gezahlt und damit den Aufenthalt in Lübeck erschwinglich gemacht. Die Kinderhilfe hat den Wiechs ein weiteres Highlight im Dezember beschert. Sie wurden für einen Tag lang nach Hamburg eingeladen. In einem Haus der Kinderstiftung traf Kai auf die Moderatorin Sonya Kraus von "talk talk talk", einer Sendung, die auf ProSieben läuft.
Außerdem durfte Kai über knapp zwei Stunden lang mit der Boy-Group "US 5" auf Tuchfühlung gehen. "Das war einmalig", sagt Kai über die erlebnisreichen Stunden im vollen Haus der Kinderhilfe. "Wir waren umringt von Kamerateams und Sonja Kraus hat mir einen Kuss gegeben", erzählt Kai, der sich gern an die Zeit in Hamburg erinnert.
Barbara Wiech ist indes besonders beseelt davon, dass Kai endlich sein Ohr hat. "Wir geben gerne unsere Erfahrungen und unser Wissen weiter an Eltern weiter, die ebenfalls mit der Laune der Natur konfrontiert werden", sagt die Mutter.
Kai geht davon aus, dass er demnächst noch einmal nach Lübeck fährt. Der verantwortliche Chirurg ließ ihn wissen, dass er "so ein schönes Ohr" noch einmal sehen möchte. "Alle waren sehr freundlich zu mir, richtig cool", sagt Kai. Endlich kann er kurze Haare tragen, wie er das immer gewollt hat. Mit langen Haaren hat er verdeckt, dass er kein rechtes Ohr hatte.
Donnerstag, 28. Dezember 2006 | Quelle: Borkener Zeitung (Heiden)